KI-Nutzung in der Medizin: Dafür wird der Chatbot eingesetzt
88 % der Ärztinnen und Ärzte nutzen KI-Tools – besonders häufig Chatbots wie ChatGPT. Doch wie genau beeinflussen diese Systeme Recherche, Therapieüberlegungen und diagnostische Entscheidungen? Ein neuer Report zeigt erstmals, welche drei KI-Nutzertypen es unter Ärzt:innen gibt und wie stark KI ihre Entscheidungsprozesse bereits prägt – mit wichtigen Implikationen für Medizin und Healthcare-Unternehmen.
KI-gestützte Anwendungen sind längst kein Zukunftsthema mehr. Laut dem aktuellen coliquio-Report zur KI-Nutzung in der Medizin verwenden fast 9 von 10 Ärztinnen und Ärzten KI-Tools im beruflichen Alltag. Besonders stark verbreitet sind KI-Chatbots wie ChatGPT oder Gemini: Rund 84 % der Ärzt:innen, die KI nutzen, greifen auf solche Anwendungen zurück. Dabei geht es längst nicht nur um allgemeine Informationssuche. Ärztinnen und Ärzte nutzen KI zunehmend, um:
- Indikationen zu recherchieren
- Präparate und Wirkstoffe zu vergleichen
- Therapieoptionen zu prüfen
- diagnostische Überlegungen zu strukturieren
KI wird damit immer häufiger zu einem Einstiegspunkt im medizinischen Entscheidungsprozess.
Report zur KI-Nutzung in der Medizin 2026
Entdecken Sie noch mehr Details zur KI-Nutzung im medizinischen Alltag, zum Beispiel:
- wie häufig Ärzt:innen KI-Ergebnisse überprüfen
- wo ihnen bereits falsche Informationen aufgefallen sind
- welche KI-Themen für Ärzt:innen besonders relevant werden
Drei KI-Nutzertypen im ärztlichen Alltag
Der Report zeigt: Ärztinnen und Ärzte gehen sehr unterschiedlich mit KI um. Die Studie unterscheidet drei zentrale Nutzertypen.
Low User – vorsichtige Nutzer
Rund 31 % der Befragten zählen zu den Low Usern. Sie nutzen KI selten oder gar nicht. Für diese Gruppe gilt:
- KI wird hauptsächlich für einfache Recherche genutzt
- Vertrauen in KI-Ergebnisse ist begrenzt
- eine Zeitersparnis wird kaum wahrgenommen
KI spielt für sie bisher nur eine untergeordnete Rolle bei klinischen Entscheidungen.
Average User – die größte Gruppe
Die Mehrheit der Ärzt:innen gehört zur Gruppe der Average User (49 %). Sie nutzen KI regelmäßig, etwa mehrmals pro Monat oder wöchentlich.
Typisch für diese Gruppe:
- Recherche zu Präparaten und Wirkstoffen
- Recherche zu Indikationen
- Unterstützung bei Therapieüberlegungen
Average User sehen vor allem einen Vorteil: Zeitersparnis bei der Informationssuche. Gleichzeitig überprüfen viele weiterhin die Quellen der KI-Ergebnisse.
Heavy User – KI als Teil der klinischen Routine
Eine kleinere, aber besonders spannende Gruppe sind die Heavy User (19 %).
Sie nutzen mehrere KI-Tools wöchentlich oder täglich und haben sie fest in ihren Arbeitsalltag integriert.
Besonders häufig setzen sie KI ein für:
- Therapiefindung
- diagnostische Unterstützung
- Recherche zu Indikationen und Wirkstoffen
Interessant: Heavy User vertrauen KI stärker, überprüfen aber gleichzeitig häufiger die zugrunde liegenden Quellen.
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Was das für medizinische Entscheidungen bedeutet
Die Ergebnisse zeigen deutlich: KI wird zunehmend zu einem Werkzeug, das klinische Entscheidungsprozesse vorbereitet. Vor allem bei der Therapiefindung spielt KI bereits eine Rolle. Mehr als die Hälfte der Ärztinnen und Ärzte, die Chatbots nutzen, greifen darauf zurück, um Therapieoptionen oder Wirkstoffe zu recherchieren. Damit verändert sich auch die medizinische Informationssuche: Statt ausschließlich Fachliteratur oder Datenbanken zu durchsuchen, beginnen viele Ärzt:innen ihre Recherche mit einer Frage an einen KI-Chatbot.
Diese Entwicklung hat Konsequenzen für die gesamte Healthcare-Kommunikation. Wenn KI-Chatbots zunehmend zur Recherche eingesetzt werden, entscheidet sich die Wahrnehmung medizinischer Inhalte künftig auch darüber, ob und wie Informationen in KI-Antworten auftauchen.
Was wünschen sich Ärzt:innen im Hinblick auf KI von der Industrie?
Die Ergebnisse des coliquio Reports “KI-Nutzung in der Medizin 2026” zeigen:
- 51 % wollen Praxisbeispiele für KI im Alltag
- 47 % wünschen sich Hilfe bei der Implementierung
- 42 % fordern Unterstützung beim Umgang mit Falschinformationen
- 42 % interessieren sich für Qualitätssicherung und Validierung
Für Unternehmen bedeutet das unter anderem: Medizinische Inhalte müssen klar strukturiert und evidenzbasiert sein. Sichtbarkeit in digitalen Informationsräumen wird wichtiger. Praxisnahe Inhalte gewinnen an Bedeutung. Und: Unternehmen können ein wertvoller (Service-)Partner werden, der beim Umgang mit KI unterstützt.
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