KI-Hürden beim Shared Decision Making
Der Einzug generativer KI in die Patienten-Recherche zwingt das Shared Decision Making in eine neue Ära. Ärzt:innen werden zunehmend zu Moderatoren digitaler Mythen, was die wertvolle Sprechstundenzeit massiv unter Druck setzt. Pharma-Marketer müssen jetzt umsteuern: Wer den Arzt nicht mit Tools zur Kontextualisierung unterstützt, verliert die Kontrolle über die Patient Journey.
Insight-Analyse: Die Daten der neuen Realität
Die Ergebnisse des aktuellen Reports „Shared Decision Making mit KI – die neue Realität“ zeichnen ein deutliches Bild einer digitalen Transformation, die direkt im Behandlungszimmer stattfindet. Basis ist eine Umfrage unter 157 Ärzt:innen unterschiedlicher internistischer Fachrichtungen (Feldzeit bis Januar 2026).
- Der Standard: Shared Decision Making (SDM) ist etabliert – 82 % der Ärzt:innen beziehen Patienten aktiv in Therapieentscheidungen ein.
- Der KI-Faktor: 70 % der Ärzt:innen sind bereits mit Patient:innen konfrontiert, die KI-Chatbots zur Information nutzen.
- Die Qualitätshürde: 64 % der Mediziner:innen stufen die von der KI gelieferten Informationen als „mittelmäßig bis schlecht“ ein. In der Onkologie sehen sogar 56 % der Befragten eine explizit schlechte Qualität der KI-Outputs.
- Der Zeitfresser: 72 % der Ärzt:innen identifizieren Zeitmangel als größte Barriere für eine gelungene gemeinsame Entscheidungsfindung.
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Erfahren Sie im Report „Shared Decision Making mit KI – die neue Realität“ Antworten auf folgende Fragen:
- Wie informieren sich Patient:innen vor der gemeinsamen Entscheidungsfindung?
- Kann die Nutzung von KI-Chatbots die gemeinsame Entscheidungsfindung unterstützen?
- Wie kann SDM gelingen, wenn die KI-Informationen eine Herausforderung darstellen?
Das Dilemma zwischen Anspruch und Zeitnot
Aus der Sicht von Arzt und Ärztin ist die Situation paradox: Sie befürworten informierte Patient:innen, da dies die Adhärenz stärkt. Doch die „KI-Vorab-Information“ ist ein zweischneidiges Schwert.
Anstatt eine fundierte Basis zu bieten, müssen Ärzt:innen oft wertvolle Minuten darauf verwenden, falsche KI-Vorgaben zu korrigieren oder Ängste zu nehmen, die durch algorithmische Halluzinationen entstanden sind. Der Arzt wird vom Heiler zum „Debunker“ von KI-Mythen – und das bei einem ohnehin schon überlasteten Terminkalender.

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Konsequenzen für Pharma & Agenturen
Der Report zeigt klar, dass Marketer umdenken müssen. Es reicht nicht mehr, nur Studiendaten an den Arzt zu senden. Wir müssen die Schnittstelle Mensch-Maschine besetzen.
- Enabling statt nur Information: Ärzt:innen fordern konkrete Unterstützung an. 57 % wünschen sich Visualisierungshilfen und 53 % benötigen verständliche Entscheidungstabellen für Patient:innen. Ihr Marketingmaterial muss „sprechstundenfertig“ sein.
- Der Außendienst als Kommunikations-Coach: Pharma-Referenten sollten nicht mehr nur über Moleküle sprechen, sondern Werkzeuge liefern, die dem Arzt helfen, die Deutungshoheit gegenüber KI-generierten Aussagen zurückzugewinnen.
- Content-Hoheit für LLMs: Da Patient:innen Chatbots nutzen, muss Ihr medizinischer Content so aufbereitet sein, dass er von KI-Modellen korrekt erfasst und zitiert wird (LLM-Optimierung).
- Kanal-Relevanz: Digitale Tools, die SDM trotz Zeitdruck ermöglichen, gewinnen massiv an Bedeutung. Investieren Sie in Plattformen, die den Dialog zwischen Arzt und KI-informiertem Patienten moderieren.
Quelle: coliquio Report (2026): Shared Decision Making mit KI – die neue Realität. Wie generative KI die Arzt-Patienten-Kommunikation verändert und die gemeinsame Entscheidungsfindung herausfordert. (Befragung von 157 Internist:innen).
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