Sind Sie ebenso wie wir am Praxisalltag von Ärzten interessiert? Jeder zweite Arzt ist in unserer Ärzte-Community registriert. Unter ihnen starteten wir aus aktuellem Anlass eine Umfrage. Seit dem 1. April ist die Videosprechstunde Teil der Versicherungsleistung. Wir wollten wissen: Wie bereit sind die Ärzte für den Einsatz der Videosprechstunde? Erfahren Sie in diesem Blogartikel, wie die Ärzte zum Thema Videosprechstunde stehen.

So wird die Videosprechstunde vergütet:

Die Sprechstunde per Videotelefonie ist Teil der Versicherten- beziehungsweise Grundpauschale und wird nicht extra vergütet. Videosprechstunden sollen eine persönliche Vorstellung in der Praxis ersetzen.

Zusätzlich gibt es maximal 800,- Euro pro Arzt/Praxis im Quartal als Technik-Zuschuss, um die technischen Zusatzkosten abzudecken, wie etwa Videodienstgebühren, und um die Videosprechstunde zu fördern. War der Patient im Quartal noch nicht in der Arztpraxis, rechnen Ärzte wie bei einem telefonischen Arzt-Patienten-Kontakt ab. Der Patient muss in den vorangegangenen zwei Quartalen mindestens einmal persönlich in der Praxis vorstellig geworden sein, damit der Arzt nicht gegen das Fernbehandlungsverbot verstößt.

So offen sind die Ärzte für die Videosprechstunde

Von den befragten Ärzten hat sich knapp die Hälfte bereits mit dem Thema Videosprechstunde beschäftigt.

Aber die Mehrheit kann sich vorstellen, eine Videosprechstunde anzubieten:

Aus welchen Gründen befürworten Ärzte Videosprechstunden?

Viele Argumente zugunsten der Videosprechstunde gehen auf das Patientenverlangen zurück. Auf die Frage, ob die Ärzte Videosprechstunden geben würden, verteilten sich die „Ja“-Stimmen wie folgt:

Die Videosprechstunde ist für diese Indikationen geeignet:
  • visuelle postoperative Verlaufskontrolle einer Operationswunde
  • visuelle Verlaufskontrolle einer/von akuten, chronischen und/oder offenen Wunde(n)
  • visuelle Verlaufskontrolle einer/von Dermatose(n), auch nach strahlentherapeutischer Behandlung
  • visuelle Beurteilung von Bewegungseinschränkungen/-störungen des Stütz- und Bewegungsapparates, auch nervaler Genese, als Verlaufskontrolle
  • Beurteilung der Stimme und/oder des Sprechens und/oder der Sprache als Verlaufskontrolle
  • anästhesiologische, postoperative Verlaufskontrolle

Technik ist oft eine Hürde bei der Digitalisierung

Wenn erste Hürden einmal überwunden sind, wird Digitalisierung einfach. Eine dieser Hürden ist sicherlich die Technik. Der GKV-Spitzenverband und die Kassenärztliche Vereinigung haben anspruchsvolle Anforderungen an die technischen Verfahren zur Videosprechstunde für Ärzte definiert.

Auch in unserer Umfrage antworteten Ärzte auf die Frage: Wie weit sind Sie mit technischen Lösungen, um Videosprechstunden anbieten zu können? Die Stimmung unter den Ärzten ist eindeutig: Die meisten sind noch unentschlossen und wollen sich erst mit den technischen Lösungen auseinandersetzen.

Auch wollten wir wissen, wie die Ärzte den Aufwand für die Implementierung der Technik und im laufenden Betrieb einschätzen. Spannend ist dabei: für die Implementierung der Technik für Videosprechstunden gingen gleich viele Ärzte von einem „hohen“ wie einem „nicht hohen“ Aufwand aus.

Wer sind die Treiber der Videosprechstunde?

Anbieter wie Patientus werben für Online-Videosprechstunden und bieten entsprechende Arztsuchen an. DrEd.com hat als „Arzt im Netz“ die Videosprechstunde für eine Auswahl an Leiden im Angebot.

Auch Patienten sind aufgeschlossen für die Online-Sprechstunden. Sie sehen laut einer bitkom-Studie vor allem folgende Vorteile: Zugang zu räumlich weit entfernten Ärzten, keine Anfahrt und Wartezeit in der Arztpraxis. Laut Studie der Techniker Krankenkasse ist jeder Zweite für digitale Kommunikation mit der Arztpraxis.

Ärzte sehen viele Vorteile

Die Videosprechstunde hat das Potenzial sowohl organisatorische Abläufe in der Praxis, als auch die Qualität der Patientenversorgung zu verbessern – davon ist die Mehrheit der Ärzte überzeugt. Patienten und Ärzte sind sich einig, dass der Vorteil vor allem für Patienten mit einem längeren Anfahrtsweg groß ist.

Auch für die Qualität der Patientenversorgung sehen die befürwortenden Ärzte Vorteile:

Der Arzt ist digital, um seine Arbeit besser zu machen

Das Beispiel Videosprechstunde zeigt, dass Ärzte viele Vorteile in eHealth-Lösungen sehen und längst in der digitalen Transformation angekommen sind. Die Mehrzahl der Ärzte kann sich vorstellen, die Videosprechstunde anzubieten. Viele Ärzte sind in Online-Netzwerken wie coliquio unterwegs, um Patientenfälle zu lösen und neue medizinische Informationen zu beziehen.

Ärzte stehen Neuerungen positiv gegenüber und lassen sich auf digital Healthcare ein, wenn sie ihre Arbeit damit besser und einfacher machen können. Je mehr Vorteile sie in digitalen Lösungen für ihre Patienten sehen, desto offener sind sie für Neuerungen.

Auch das Handelsblatt interessierte sich für die Antworten unserer coliquio-Ärzte und veröffentlichte einige Antworten in ihrem Handelsblatt-Artikel.

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Caterina Priesner
Caterina Priesner
ist PR Manager bei coliquio und schreibt für coliquio-insights über Wissens- und Lesenswertes.