Allein in Deutschland werden jedes Jahr mehrere hundert Patienten aufgrund von fehlerhaften Laborbefunden falsch diagnostiziert und behandelt. Damit diese Fehler nicht mehr passieren, hat das Start-up inveox ein innovatives Automatisierungssystem für Laborproben entwickelt. In dieser Serie stellen wir Start-ups vor, deren Ideen den Zugang zu einem breiteren Publikum verdienen:

Die Herausforderung

Zu den meisten Diagnosen gehört die Analyse einer Gewebeprobe im Pathologielabor dazu. Doch genau hier kommt es Schätzungen zufolge in 1-15 % der Fälle zu Unregelmäßigkeiten. Für Patienten hat dies oft schwerwiegende Folgen: Allein in Deutschland werden jährlich Hunderte aufgrund von falsch-positiven/-negativen Befunden fehldiagnostiziert oder falsch behandelt.

Gewebeproben werden nach dem Eingang im Labor mehrfach von Hand neu verpackt und beschriftet. Diese Arbeit ist zeitintensiv und fehleranfällig. Wird die Biopsie verwechselt oder verunreinigt, kann dies schlimmstenfalls zu einer Fehldiagnose führen.

Logo inveox

Steckbrief inveox GmbH

Gründung:18.02.2017
Gründer:Maria und Dominik Sievert
Standort:Garching und Krakau
Mitarbeiter:99
Investoren:Business Angels
Website:www.inveox.com

Der Lösungsansatz

Diese Probleme löst inveox mit einem innovativen Automatisierungssystem, das aus drei Komponenten besteht: einer sicheren Online-Plattform für die Datenübertragung zwischen Arzt und Labor, einem intelligenten Probenbehälter und einem Automaten zur Weiterverarbeitung der Probe.

Alle diagnoserelevanten Daten, wie Fotos, Beschreibung und Tracking, werden in einer Datenbank gesammelt und dem Pathologen in seinem bestehenden Laborinformationssystem in Echtzeit zur Verfügung gestellt. So können sich Arzt und Labor jederzeit über den aktuellen Stand der Probe informieren.

Durch den intelligenten Probenbehälter bleibt die Gewebeprobe während des gesamten Prozesses in einem einzigen Gefäß – Umverpackungen und Neubeschriftungen sind nicht mehr notwendig.

Maria Sievert

„Als Gründer eines Unternehmens, das eine Automatisierungslösung entwickelt hat, werden wir häufig gefragt: ‚Mensch oder Maschine?‘ Diese Frage stellt sich für uns nicht. Wir arbeiten nach dem Prinzip ‚Maschine für Menschen‘. Unsere Innovationskraft dient dazu, Technologie zu erfinden und weiterzuentwickeln, um sie in den Dienst von Menschen zu stellen. Unsere Lösung dient allen, die im Labor arbeiten und täglich ihr Bestes geben. Und sie dient Patienten, deren Sicherheit und Wohl das oberste Ziel des Prozesses ist.“

 

Maria Sievert

Gründerin und Geschäftsführerin

Warum Sie dieses Start-up kennen sollten

Das Automatisierungssystem von inveox ermöglicht eine zuverlässige Diagnose und ist somit die Basis für eine zügige, personalisierte Therapie und eine ressourcenschonende, qualitativ hochwertige Gesundheitsversorgung. Unnötige Kosten, unter anderem für Fehlbehandlungen, können vermieden werden. Davon profitieren Patienten, Labore, Ärzte und Krankenkassen sowie langfristig das gesamte Gesundheitssystem.

Seit September 2018 hat inveox auch ein Tochterunternehmen in Krakau und beschäftigt Experten aus unterschiedlichen Fachgebieten und 30 Nationen. Letztes Jahr investierte inveox schließlich in die Serienproduktion der AI-gestützten Laborautomatisierung.

Start-up

Start-ups in der Healthcare-Branche

Welchen Herausforderungen stellen sich Start-ups in der Healtcare-Branche? Welchen Lösungsansatz verfolgen sie und warum sollten Sie diese Start-ups kennen? Hier finden Sie weitere Beiträge aus dieser Serie:

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Jutta de Monte
Jutta de Monte
ist Redakteurin bei coliquio Insights und berichtet über aktuelle Arztdiskussionen auf coliquio sowie über Healthcare Start-ups.