Stellen Sie sich vor, Sie tragen einen speziellen Anzug, der mit Ihren Bewegungen einen Roboter an einem anderen Ort steuert. Und wenn jemand dem Roboter die Hand schüttelt, dann fühlen Sie das an Ihrer Hand auch. Das ist die Vision von Roboy, einem humanoiden Roboter, der am Artificial Intelligence Laboratory der Universität Zürich entwickelt wurde. Rafael Hostettler stellte dieses Szenario auf dem coliquio Summit 2019 in Berlin vor.

Ein Roboter, so beweglich wie der menschliche Körper

Aus der Robotik-Perspektive ist der menschliche Körper äußerst beeindruckend: Er ist flexibel, völlig geräuschlos, verbraucht kaum Energie und alle Bewegungen werde mithilfe von Muskeln ausgeführt. Wäre es nicht praktisch, wenn man Muskeln simulieren könnte?

Genau das macht sich das Team um Roboy zur Aufgabe. Die muskuloskelettale Robotik nutzt Muskeln und Sehnen, um ein Skelett zu bewegen, anstatt Motoren in die Gelenke einzubauen. Roboy kann heute bereits Rikscha fahren, doch er soll noch viel mehr lernen: Eis verkaufen, Schreinerarbeiten ausführen, ärztliche Diagnosen stellen und selbst einen Roboter bauen. Bis 2024 soll Roboy sogar zum Mars fliegen und bis 2042 soll es Roboter geben, die man in Kliniken einsetzen kann, um alles Mögliche zu testen: Medikamente, Implantate, Prothesen und vieles mehr.

Save the Date

Save the Date: 6. coliquio Summit am 18. Juni 2020

Lust auf noch mehr Inspiration? Nächstes Jahr geht es weiter! Wenn Sie den coliquio Summit nicht verpassen wollen, dann lassen Sie sich jetzt schon vormerken.

Das Leben erleichtern

Die Robotik ist ein Gebiet, auf welchem schon viel erreicht wurde, das aber noch vor großen Herausforderungen steht. Auch Rafael Hostettler träumt davon, einen humanoiden Roboter zu bauen. Dennoch ist er sich bewusst, dass die wirklich wertschöpfenden Fortschritte für unsere Gesellschaft zunächst kleine Lösungen sind. So ermöglicht beispielsweise ein Exoskelett, dass jemand wieder laufen kann.

Zukünftig sieht Rafael Hostettler in der Robotik noch mehr interessante medizinische Anwendungen, zum Beispiel in der Pflege. Diese gehen von einfachen Erinnerungs- und Vorlesefunktionen bis hin zu Aufgaben mit Telepräsenz.

Inzwischen arbeitet Rafael Hostettler bereits an der 3. Version von Roboy – einem gutaussehenden Roboter, der als Telepräsenz-Plattform tauglich ist. Er betont, dass es wichtig ist, keine Angst vor der Veränderung zu haben, denn daraus entstehen Visionen.

Sehen Sie hier seinen gesamten Vortrag auf dem 5. coliquio Summit in Berlin:

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Jutta de Monte
Jutta de Monte
ist Redakteurin bei coliquio Insights und berichtet über aktuelle Arztdiskussionen auf coliquio.