Brainstormings gehören zum Standardrepertoire in Meetings, um kreative Ideen zu entwickeln. Dabei versucht das Team, durch Sammeln von spontanen Einfällen die beste Lösung für ein Problem bzw. die beste Antwort auf eine Fragestellung zu finden.

Doch oft verlaufen diese Meetings ineffizient: Anfangs diskutierte Ideen verlaufen im Sand und geraten im Verlauf des Gesprächs in Vergessenheit. Teammitglieder unterbrechen sich ständig oder beteiligen sich kaum an der Debatte und interessante Aspekte werden aufgrund destruktiver Einwände gar nicht erst ausdiskutiert.

Woran liegt das und geht das nicht anders?

Kombination der individuellen kreativen Fähigkeiten mit den Stärken der Gruppe

Brainstormings sind aus wissenschaftlicher Sicht eine ideale Methode, um neue Ideen zu entwickeln. Aber:

Studien belegen, dass einzelne Personen in der Vielzahl und Qualität der Ideenfindung die Fähigkeiten von Gruppen klar übertreffen.

Dafür sind Teams besser dazu in der Lage, die verschiedenen Ideen auszuwerten, deren Vor- und Nachteile abzuwägen und die beste auszuwählen.

Wie kann nun die Fähigkeit zur Ideenfindung des Einzelnen mit den Stärken der Gruppe bestmöglich kombiniert werden? Ganz einfach: Mit Post-its. Die Klebezettel können zum idealen Helfer werden, um Brainstormings effizienter zu gestalten und neue Ideen, z. B. für das Content-Marketing, zu entwickeln.

Ausgangspunkt bildet ein gewöhnliches Team-Meeting, in dem die Teilnehmer zunächst für sich selbst brainstormen und danach die Ideen zusammentragen, um sie in der Gruppe gemeinsam auszuwerten.

Die Post-it Methode – so funktioniert es:

Schritt 1: Bestimmen Sie einen Teamleiter

Im Meeting wird ein Teamleiter bestimmt, der für die konsequente Einhaltung des Ablaufs zuständig ist. Dies kann, muss aber nicht, der formelle Vorgesetzte sein.

Schritt 2: Formulieren Sie eine konkrete Fragestellung

Die Fragestellung, die es zu bearbeiten gilt bzw. das Thema, zu dem neue Ideen gefunden werden sollen, wird für alle deutlich lesbar auf eine Tafel oder ein Whiteboard geschrieben. Hierbei empfiehlt es sich, in der Formulierung ganz eindeutig die Sicht des Kunden einzunehmen und allgemeine Sichtweisen zu vermeiden.

Schritt 3: Verteilen Sie ausreichend Post-its

Alle Anwesenden erhalten einen großen Stapel Post-its. Um möglichst viele Ideen zu sammeln, gilt hierbei: je mehr, desto besser.

Schritt 4: Schreiben Sie jeder für sich möglichst viele Ideen auf

Nun schreibt jeder Teilnehmer ohne Zeitdruck so viele Ideen wie möglich auf. Auch hier gelten ein paar Grundsätze: Jeder arbeitet für sich selbst, um die individuellen kreativen Fähigkeiten bestens zu entfalten. Dabei wird auf jeden Klebezettel je ein Einfall notiert. Jede Idee wird aufgeschrieben, ohne zu bewerten, ob sie inhaltlich umsetzbar ist, ob das Budget dafür vorhanden ist, ob die zeitlichen Ressourcen da sind, usw. Das zeitgleiche Arbeiten hat den Vorteil, dass jedes Teammitglied seine Ideen einbringt und sich keiner enthält, dass keine Vorbereitung auf das Meeting nötig ist und dass keiner den anderen unterbricht.

Schritt 5: Sammeln und sortieren Sie die Ideen gemeinsam

Nach einer gewissen Zeit, oder sobald die meisten fertig sind, wird die Phase der Ideenfindung vom Teamleiter beendet. Nun liest ein Freiwilliger sein erstes Post-it vor und klebt den Zettel neben die Fragestellung an die Tafel. Hat ein weiteres Gruppenmitglied dieselbe Idee aufgeschrieben, wird dessen Zettel gleich dazu geklebt. Danach wird das nächste Post-it vorgelesen und der Vorgang entsprechend wiederholt. Schritt für Schritt werden die Ideen rund um die Fragestellung angeordnet und sortiert. Nach wie vor gilt: keine Bewertung und keine Beurteilung der Ideen!

Schritt 6: Diskutieren und bewerten Sie die Ideen im Team

Sobald alle Post-its sortiert sind, beginnt die eigentliche Diskussion und die Bewertung der Ideen durch die Gruppe. Alle Einfälle werden auf Machbarkeit, verfügbares Budget, zeitliche Ressourcen, Kreativität, Aktualität, Wichtigkeit etc. überprüft. Hier kommen die Potenziale der Gruppe zum Tragen, die besser als Individuen dazu geeignet ist, die beste Idee auszuloten.

Unsere Bewertung:                    

Diese Post-it Methode trägt bei Meetings dazu bei, Brainstormings möglichst effektiv zu gestalten. Das gesamte Team ist an der Ideenfindung beteiligt und die Ideen an der Tafel sind nicht mehr personenbezogen, sondern werden objektiv durch die Gruppe ausgewertet. Dabei werden sowohl die kreativen Potenziale des Einzelnen als auch die wertenden Eigenschaften eines Teams bestens genutzt. Also: Probieren Sie es aus!

Quelle: Creative Conspiracy: The New Rules of Breakthrough Collaboration. Leigh Thompson, 2013.

Bildrechte: „Post-It Time“  von Ignacio Palomo Duarte

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Michael Schmid
Michael Schmid
sorgt als Social Media Spezialist bei coliquio dafür, dass der Content auch ankommt und gibt sein Erfahrungswissen auf coliquio Insights gerne weiter.