Fallzusammenfassung der Ärztediskussion, Teilnehmer aus den Fachgebieten Allgemeinmedizin, Innere Medizin, Kardiologie & Herzchirurgie

Ein Allgemeinmediziner wirft die Frage auf, ob man bei einem 76-jährigen Patienten mit klar abgegrenzten und subjektiv spürbaren intermittierendem Vorhofflimmern (VHF) die Antikoagulation auf die Flimmerepisoden beschränken und in den langen Phasen mit stabilem Sinusrhythmus wieder absetzen kann.

Fast alle Teilnehmer raten von diesem Vorgehen ab. Zu groß sei die Gefahr, dass es zwischendurch zu VHF-Episoden kommt, die nicht verspürt werden. Auch wenn die wahrgenommenen Episoden zurzeit genau mit dem Langzeit-EKG übereinstimmen, muss das nicht immer so bleiben, da Vorhofflimmern ein dynamisches Geschehen ist.

Bei dem Patienten sollte daher leitliniengerecht zur Schlaganfallprophylaxe eine dauerhafte Antikoagulation mit Vitamin-K-Antagonisten (Marcumar) oder mit den neuen Substanzen Rivaroxaban (Xarelto) oder Dabigatran (Pradaxa) erfolgen.

Als mögliche Alternative wird auch die Gabe einer Heparin-Spritze bei Beginn des Vorhofflimmerns (der Patient ist selbst Arzt) bei zusätzlicher dauerhafter Einnahme von ASS genannt. Ein operativer Verschluss des Herzohres käme ebenfalls in Frage.

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Christine Stegmayer
Christine Stegmayer
verantwortet bei coliquio das Eventmanagement und die Pressearbeit. Von Hause aus Juristin, im Herzen gelebte Marketerin – mit diesem Experten-Mix versorgt sie Pharma-Entscheider regelmäßig mit wertvollen Insights.