Künstliche Intelligenz bestimmt zunehmend unseren Alltag. Ob Siri, Alexa oder die Werbung. Überall um uns herum bedienen sich Unternehmen Algorithmen um Dienste und Prozesse zu verbessern. Wie sieht es aus in der Medizin? Werden Algorithmen bald unsere Medikamente entdecken? Ich zeige Ihnen drei Pharmaunternehmen die KI nutzen um neue potentielle Präparate, verbesserte Therapien zur Krebs-Bekämpfung und alternative Anwendungsgebiete für gescheiterte Präparate zu finden:

Sanofi sucht mit KI nach neuen Wirkstoffen

Neue Wirkstoffe zu finden ist zeitintensiv, mühsam und vor allem teuer. Algorithmen, die mit Machine Learning arbeiten, können hier Abhilfe schaffen. Denn “Super-Computer” finden innerhalb von Minuten Zusammenhänge, für die vorher Jahrzehnte gebraucht wurde. Um schneller neue Wirkstoff-Potentiale zu ermitteln, ist Sanofi eine Partnerschaft mit der KI-Schmiede Exscientia eingegangen, die mithilfe von Algorithmen neue molekulare Verbindungen finden will. Andrew Hopkins, CEO von Exscientia, gibt an, potentielle Wirkstoffe um ca. 25 % schneller und 25 % günstiger zu finden im Vergleich zu traditionellen Methoden. Bei Erfolg übernimmt Sanofi die Herstellung, Tests und klinische Versuche.

Welche Technologie dahinter steckt, erklärt Andrew Hopkins im Video:

Pfizer untersucht neue Wirkstoff-Kombinationen in der Krebsforschung

Nicht nur bei der Suche nach gänzlich neuen Wirkstoff-Kandidaten, auch bei der Suche nach neuen Kombinationen bereits zugelassener Wirkstoffe, können Algorithmen helfen, um so neue Therapien zu entwickeln. Diese Möglichkeit nutzt Pfizer in Kooperation mit IBM Watson für ihre Forschungen im Bereich der Immuno-Onkologie an.

Albert Bourla, President of Innovative Health von Pfizer ist davon überzeugt:

  • The best [to harness the body's immune system to fight ] is using some combination of agents to spur the immune system into action. But possible combinations are countless, so the greatest challenge is to find ways to narrow the field and predict what combinations might be more effective. Thanks to Watson, which has been trained with historical data, we’re trying to predict the winning combination.

    Albert Boula Pfizer / President of Innovative Health

Um diese “Winning Combination” zu finden, wurde IBM Watson mit fünf Millionen medizinischen Studien, mit über einer Million Artikel medizinischer Journale und vier Millionen Patenten gespeist. Ein Vielfaches mehr an Daten, die ein Mensch je verarbeiten könnte. Die Hoffnung ist nun, dass IBM Watson auf Basis all dieser historischen Daten versteckte Zusammenhänge erkennt, die ein Forscher nicht sehen würde und die zu neuen erfolgreichen Krebs-Therapien führen kann.

Johnson & Johnson sucht alternative Anwendungsfelder für gescheiterte Präparate

Eine Vielzahl an Wirkstoffen, die Phase 1 bereits durchlaufen haben, zeigen bei weiteren Tests keine Wirkung für die Krankheiten, für die sie entwickelt wurden. Bisher mussten diese Wirkstoffe in den meisten Fällen abgeschrieben werden – eine teure und ineffektive Sache. Dass es auch anders gehen kann, zeigt jetzt eine strategische Partnerschaft zwischen Johnson & Johnson und BenevolentAI. Als eines der größten Pharmaunternehmen weltweit verfügt Johnson & Johnson über einige dieser „ungenutzten“ Potentiale. Denn mithilfe von künstlicher Intelligenz untersucht BenevolentAI, ob sich diese Wirkstoffe in anderen Krankheitsfeldern anwenden lassen.  Bei Erfolg kann der Testprozess dramatisch verkürzt werden und Präparate können direkt in Phase 2 der klinischen Studien einsteigen. Erste Erfolge konnte die Partnerschaft bereits bei einem Medikament zur Schläfrigkeit bei Parkinson Patienten erzielen.

Mensch oder künstliche Intelligenz – was ist die Zukunft?

Auf dem coliquio Summit 2017 hat Dr. Bertalan Mesko, The Healthcare Futurist, einen bezeichnenden Satz gesagt: „Künstliche Intelligenz wird den Menschen in der Gleichung nicht ersetzen. Aber die Player, die künstliche Intelligenz nutzen, werden diejenigen ersetzen, die es nicht tun.“ Und das trifft den Nagel auf den Kopf. Künstliche Intelligenz steckt noch in den Kinderschuhen. Es wird 2018 sicher keine Revolution geben. Aber die Möglichkeiten dieser Technologie sind gewaltig – sie wird Healthcare mittelfristig tiefgreifend verändern.

Auf dem coliquio Summit im Juni 2018 geht es übrigens auch darum, was künstliche Intelligenz für Pharmaunternehmen bedeutet. Lernen Sie von Experten und Best Practices, wie diese Innovationen Pharma verändern und worauf Sie sich 2018 gefasst machen können.

Sichern Sie sich hier gleich Ihr Ticket – ich freue mich, Sie im Juni auf dem coliquio Summit zu begrüßen und mich persönlich mit Ihnen zum Thema auszutauschen.

Lysander Fuchs
Lysander Fuchs
ist Redakteur bei coliquio Insights und berichtet über aktuelle Marketing-Themen und ihre Relevanz für den Gesundheitsmarkt.

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Luise Recktenwald

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